###NAV_SHORTCUTS###

2.2 Ideenschutz und Patentierung

Am Anfang des Prozesses steht natürlich die eigene Ideenfindung aber auch die Recherche in zugänglicher Patentliteratur. Schließlich ist im Vorhinein zu prüfen, ob Ihre Idee tatsächlich so innovativ ist, dass sie nicht wegen fehlender Neuheit zurückgewiesen werden kann. Außerdem lassen sich neue Anregungen für Forschungsprojekte gewinnen als auch Trends erkennen, welche Ihnen helfen können das Geschehen im Marktfeld einzuschätzen.

Ist eine entsprechende Idee gefunden, so stellt sich als Erstes die Frage nach den Kosten und dem tatsächlichen Nutzen aus einer Patentierung. Um den Nutzen eines Patents auszumachen, sollte dieser Begriff allerdings erst einmal klar definiert werden.

„Ein Patent kennzeichnet ein Schutzrecht, welches ein ausschließliches Recht zur gewerblichen Nutzung eines technischen Verfahrens oder eines technischen Produktes während einer definierten Zeitperiode gewährt.“

 

Nutzen eines Patents

Gemäß der Definition stellt ein Patent die alleinige Verwendung eines Verfahrens oder eines Produktes über einen gewissen Zeitraum sicher. Dieser Zeitraum beträgt in Deutschland maximal 20 Jahre und beginnt mit dem Tag, welcher auf die Anmeldung der Erfindung folgt.

Um eine Idee nutzbar zu machen müssen Gründer häufig sehr viel Kapital investieren. Das Patent sichert hierbei die Rentabilität dieser Investitionen und verspricht somit eine Absicherung. Weiterhin wird der Nutzen durch die Begründung einer Monopolstellung determiniert, welche aus Sicht der Unternehmen zu einer Sicherung des Unternehmensbestandes beiträgt. Letztlich erweitert ein jedes Patent den Erfahrungs- und Wissensschatz einer Gesellschaft und somit den Nutzen eines Jeden. Natürlich ist der Nutzen ebenso abhängig von der Qualität der (Geschäfts-)Idee.

Grundsätzlich gilt: Die Verfolgung einer Idee lohnt sich nur dann, wenn das zu erwartende Ergebnis den Aufwand übersteigt. Dabei kann sich der Jungunternehmer einerseits auf Größen wie das Marktpotenzial, das Marktvolumen und die Rentabilität beziehen aber auch andererseits konstituierende Elemente der Geschäftsidee berücksichtigen.

 

Kosten eines Patents

Die Kosten für eine Patentanmeldung setzen sich aus den Gebühren des deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) und dem eventuell anfallenden Honorar für einen Patentanwalt zusammen. Eine schriftliche Patentanmeldung schlägt mit 60Euro zu Buche, während eine elektronische Anmeldung lediglich 40Euro kostet. Zu berücksichtigen sind außerdem die Kosten des Prüfungsverfahrens (150 bis 350Euro). Letztlich muss ab dem dritten Jahr fortan eine Jahresgebühr an das DMPA entrichtet werden, welche sich im Laufe der ersten 10 Jahre auf einen Betrag von 1.420Euro summieren kann (Stand: 2009).

 

Patentanmeldung

Die Vergabe von Patenten ist von unterschiedlichen Kriterien und Auflagen abhängig.

Gemäß §1 Abs. 1 PatG muss eine Erfindung neu sein (d.h. sie darf nicht in die Öffentlichkeit gelangt sein), auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen (d.h. sie muss deutlich über den aktuellen Stand der Technik hinausgehen) und gewerblich anwendbar sein.

Nach der Anmeldung des Patents in einem zuständigen Amt schließt sich eine Patentprüfung an, welche letztlich zur Anerkennung oder Ablehnung des Patents führt. Mit der Patentanmeldung sichert sich der Gründer die Priorität für seine Erfindung. Eine Ausweitung des Patentschutzes ist durch eine Weiterentwicklung und die Internationalisierung der Erfindung möglich.

 

Verwertung der Erfindung

Zu guter Letzt muss entschieden werden, ob die vorliegende Idee tragfähig genug ist um auf ihrer Grundlage ein Unternehmen gründen zu können oder ob sie lediglich verkauft werden soll. Eine Entscheidung, welche Sie ausführlich mit einem Experten besprechen sollten. Ergänzend existiert noch eine dritte und weitere Möglichkeit: Die Lizensierung. Sie erlaubt den Lizenznehmern eine Voll- oder Teilnutzung des Patents gegen Zahlung einer Lizenzgebühr. Die Ausgestaltung des Vertrags bestimmt über die einzelnen Rechte des Lizenznehmers wie das Recht auf Nutzung oder Herstellung.

 

 

Quellenangaben:

Belling, Ulrike; Kössler, Sibylle; Krey, Kerstin (2010): Mit dem Patent zum Erfolg: Innovationsförderung für Unternehmen, Herausgeber: BMWi.

Volkmann, Christine K.; Tokarski, Kim Oliver (2006): Entrepreneurship, Aufl. 1, Stuttgart: Lucius & Lucius Verlag.

» nächstes Kapitel
» zurück zur Übersicht


bizeps - die Gründungsinitiative der Bergischen Universität

Kompetenz für die Selbständigkeit


Kontakt

Dr. Peter Jonk

 Beratungstermin vereinbaren


bizeps Startup Academy

In 3 Monaten von der Idee zum Startup!

Das Workshop-Programm im Sommer 2018.

Zur Anmeldung.


Gründerbüros

Unsere Technologiezentren das GuT Solingen als auch
das W-tec Wuppertal bieten jungen Unternehmens-gründern Räumlichkeiten (Start-Up-Büros) an.


Labore und Werkstätten

In der Übersicht über die Labore und Werkstätten der BUW finden Sie Unter-stützung z.B. bei der Herstellung eines Prototypen oder eines Laboraufbaus.