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3.1 Merkmale aus Theorie und Praxis

Einer der wohl wichtigsten Schritte besteht darin sich mit der Lage eines jungen Unternehmens auseinanderzusetzen. Schließlich ist es für sie  als Gründer unerlässlich zu wissen, was die typischen Eigenschaften eines jungen Unternehmens sind und welche Unterschiede zu etablierten Unternehmen bestehen. Die nachfolgende Analyse soll Ihnen helfen diese Fragen zu beantworten.

 

„Das Kernproblem einer Gründung liegt zu Beginn in der Ressourcenknappheit. Dem Unternehmer mangelt es dabei  nicht alleinig an Kapital, sondern ebenso an Input und Mitarbeitern. Aber: Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so suchen sich Gründungen meist ihren eignen individuellen Weg in jedem der einzelnen Planungsbereiche.“

 

 

Marketing

Entsprechend der Ressourcenknappheit verfügen junger Unternehmen meist über keine eigene Marketingabteilung. Ein Mangel der ebenso den Einsatz klassischer Werbemaßnahmen (TV, Print) behindert. Doch keine Sorge, die Teildisziplin „Entrepreneurial Marketing“ brachte in den letzten Jahren eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten hervor. Populäre Beispiele sind das Guerillia Marketing (Inszenierung der Marke im Alltag des Kunden) oder Viral  Marketing (epidemische Verbreitung einer Werbebotschaft über das Internet).

 

Organisation

Die Organisationsform junger Gründungen wird oftmals durch flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege gekennzeichnet. Eine direkte und tagtägliche Kommunikation zwischen dem Unternehmer und seinen Mitarbeitern erlaubt es vielfältige Anpassungen vorzunehmen und den Grad der Formalisierung gering zu halten. Durch die personelle Knappheit bestehen hohe Anforderungen an die Mitarbeiter. Beispielsweise liegt nur eine geringe Form der Arbeitsteilung vor, welcher einerseits eigenverantwortliches Handeln fördert und andererseits ein hohes Maß an Flexibilität fordert. Letztlich kommt dem Gründer, als Leitfigur des Unternehmens, eine besondere Rolle zu. Grundlegende Entscheidungen werden hauptsächlich von ihm getroffen.

 

Finanzierung

Charakteristisch für junge Unternehmen ist ein hoher Eigenkapitalbedarf. Schließlich generieren Neugründungen in den ersten Jahren Verluste und somit ist eine Innenfinanzierung aus Gewinnen natürlich nicht denkbar. Aber auch die Option der Fremdfinanzierung kann sich als durchaus schwierig gestalten. Auch hier führt die Ressourcenknappheit zu Nachteilen wie z.B. zu einem Mangel banküblicher Sicherheiten. Der Neuheitsgrad des Unternehmens lässt wiederum eine Kredithistorie oder eine Beziehung zur Bank vermissen. Dennoch ist die Finanzierung kein aussichtsloser Fall. Mittel der Kommunikationspolitik als auch Fördereinrichtungen sind nur ein Weg aus dem Tief.

 

Wachstum

Im Prinzip stehen junge als auch etablierte Unternehmen die gleichen Wachstumsstrategien zur Verfügung. Im Regelfall wird die Entscheidung für oder gegen eine Wachstumsstrategie von der Gründerperson getroffen, während in älteren Unternehmen diese Aufgabe an die entsprechenden Manager delegiert wird. Durch ihre Anzahl und Fokussierung sind diese dem einzelnen Unternehmensgründer i.d.R. überlegen. Dennoch verfügen junge Unternehmen über ein hohes Maß an Flexibilität und weniger Trägheit, was es ihnen ermöglicht neue Strategien besser und schneller zu implementieren. Ein starkes Wachstum lässt sich gemäß einer Vielzahl wirtschaftlicher Modelle in den ersten Phasen der Unternehmensentwicklung realisieren. Potenzial welches von Ihnen ausgeschöpft werden muss.

 

Innovation

Ein innovatives Geschäftskonzept ist eine notwendige Bedingung für das Bestehen am Markt. Nur so lässt es sich der etablierten Konkurrenz entgegentreten. Doch woraus ergibt sich die die angepriesene Innovationskraft junger Unternehmen?

Hierbei muss erneut Bezug auf die Ausprägung der Organisation genommen werden. Neben einer geringen Hierarchie und direktem Kontakt obliegt den Unternehmensmitgliedern meist ein hohes Maß an intrinsischer Motivation. Eine Kombination organisatorischer Faktoren, welche innovatives Handeln fordert und fördert. Weiterhin verfügt eine Neugründung aller Regel nach nur über ein einzelnes Produkt, ein Sachverhalt welcher eine eindeutige Fokussierung zulässt. Das Problem einer fehlenden oder Forschungsabteilung lässt sich mitunter durch das Eingehen von Forschungskooperationen lösen. Doch Vorsicht: Bewahren Sie Ihre Unabhängigkeit und schützen Sie Ihre Ideen!

 

Quellenangaben:

Volkmann, Christine K.; Tokarski, Kim Oliver (2006): Entrepreneurship, Aufl. 1, Stuttgart: Lucius & Lucius Verlag.

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