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5. OHG (offene Handelsgesellschaft)

Im Gegensatz zur GbR darf die offene Handelsgesellschaft nicht von Freiberuflern oder Gewerbebetreibenden gegründet werden. Sie ist ausschließlich eine Rechtsform für Kaufleute, die gemeinsam gründen möchten. Die Bereitstellung von Mindestkapital ist auch in einer OHG nicht erforderlich. Allerdings fallen Kosten durch die notwenige Eintragung ins Handelsregister an. Kein Kapitalaufwand bedeutet auch bei dieser Rechtsform eine unbeschränkte Haftung mit persönlichem Vermögen. Eine OHG kann im späteren Verlauf immer noch in eine Unternehmergesellschaft (UG) oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt werden. Dabei ergeben sich jedoch höhere Anforderungen an die Geschäftsführung, steuerliche Unterschiede und Veröffentlichungspflichten. Letztlich unterscheiden sich die Vor- und Nachteile nur marginal von denen der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

 

Vorteile: einfache Gründung, kein schriftlicher Vertrag notwendig, kein Mindestkapital, Handelsregistereintrag, alle Gesellschafter haben Kontrollrechte, alle Gesellschafter verfügen gemeinsam über Gesellschaftsvermögen

Nachteile: Persönliche Haftung, Handelsregistereintrag, alle Gesellschafter haben Kontrollrechte, alle Gesellschafter verfügen gemeinsam über Gesellschaftsvermögen

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

6. PartG (Partnergesellschaft)

Die Partnergesellschaft wurde eigens für Freiberufler eingeführt und stellt für sie die Alternative zur GbR dar. Im Gegensatz zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts bietet die PartG einen entscheidenden Vorteil. Sie bietet eine Haftungsbeschränkung für einzelne Partner, wenn diese unverschuldet in Not geraten würden. Tritt bspw. ein beruflicher Fehler auf, so haftet lediglich der für diesen Vertrag zuständige Gesellschafter und die Partnergesellschaft als solche. Ähnlich wie bei der offenen Handelsgesellschaft ist die Bereitstellung von Mindestkapital nicht erforderlich. Kosten für die Eintragung ins Partnerschaftsregister fallen aber trotzdem an.

 

Vorteile: beschränkte Haftung bei beruflichen Fehlern, kein Mindestkapital, Partnerschaftsregistereintrag

Nachteile: höherer Gründungsaufwand im Vergleich zur GbR, Partnerschaftsregistereintrag

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

7. KG (Kommanditgesellschaft)

Grundsätzlich benötigt eine Kommanditgesellschaft mindestens zwei Gründer. Dabei handelt es sich einerseits um den sogenannten Komplementär (den Vollhafter) und andererseits um einen Kommanditisten (einen Teilhafter).  Das Gründerteam muss keine Mindestsumme aufweisen, sollte jedoch über eine Kommanditeinlage verfügen. Die Haftung einer KG ist für die Kommanditisten ähnlich wie bei der GmbH beschränkt. Allerdings haftet der Komplementär dagegen unbeschränkt und dass sowohl mit Betriebs- als auch Privatvermögen. Dafür unterliegt der Kommanditist aber auch einem entscheidenden Nachteil. Er ist gesetzlich von der Geschäftsführung und der Vertretung ausgeschlossen. Oftmals wird sich im Rahmen der Kommanditgesellschaft für eine Sonderform entschieden: die GmbH & Co. KG. Vorteile beider Rechtsformen können also kombiniert werden und stiften den Gründern somit einen zusätzlichen Nutzen.

 

Vorteile: Beschränkte Haftung, Möglichkeit einen Fremdgeschäftsführer einzustellen, Kommanditisten sind von der Geschäftsführung ausgeschlossen

Nachteile: Hoher Gründungsaufwand, zwei Jahresabschlüsse, Hoher laufender Verwaltungsaufwand

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

8. eG (eingetragene Genossenschaft)

Kommt es zur Gründung einer eingetragenen Genossenschaft ist eine Vielzahl von Besonderheiten im Vergleich zu anderen Rechtsformen zu beachten. Der wohl wichtigste Unterschied: Ein regionaler Prüfungsverband berät die Unternehmer bei ihrer Gründung und prüft, ob alle Voraussetzungen für eine eG erfüllt sind. Aber auch nach der Gründung werden die organisatorischen wirtschaftlichen Verhältnisse stets kontrolliert. Kein Wunder, dass Genossenschaften nachgesagt wird, sie seien insolvenzresistenter. Schließlich hat die Beratung durch die Prüfungsverbände durchaus ihre Berechtigung. Um eine Genossenschaft zu gründen, bedarf es mindestens dreier Mitglieder. Wobei jeder Gründer bzw. jedes Mitglied mit einem bestimmten Anteil (Bar- oder Sacheinlage) an der Genossenschaft beteiligt sein muss. Dieser Anteil darf natürlich von den Mitgliedern selbst bestimmt werden, sollte aber insgesamt so hoch sein, dass von Beginn an mit der Genossenschaft gearbeitet werden kann. Ausreichendes Eigenkapital ist bei dieser Gründungsform durchaus wichtig, schließlich wird dies ebenso durch den zuständigen Verband geprüft. Im Schadensfall haftet jedes Mitglied in Höhe seiner Genossenschaftsanteile, sofern in der Satzung keine Nachschusspflicht vereinbart wurde.

 

Vorteile: Gleichberechtigung aller Mitglieder, Höhe des Genossenschaftsanteils ist flexibel, beschränkte Haftung, Mitglieder können jederzeit ausscheiden oder hinzukommen, geringere Insolvenzgefahr, kein Marktpreisrisiko beim Geschäftsanteil

Nachteile: Aufwand durch regelmäßige Prüfungen und Buchhaltung, ggf. in der Satzung vereinbarte langfristige Kündigungsfristen

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

Quellenangaben:

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2010): Rechtsformen: Begleitbroschüre zum eTraining „Rechtsformen“, Herausgeber: BMWi.

Infoletter Gründerzeiten Ausgabe 33 (2011): Ein festes Fundament! Thema: Rechtsformen, Herausgeber: BMWi.

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