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5.1 Rechtsformen im Überblick

Ein Gründungsvorhaben bringt unweigerlich die Frage nach der richtigen Rechtsform mit sich. Als Einzelperson ist eine Gründung als Einzelunternehmen, GmbH oder Unternehmensgesellschaft möglich. In einem Gründerteam ergeben sich sogar noch weitere Möglichkeiten: Egal ob GbR, Partnergesellschaft, OHG, Kommanditgesellschaft oder eingetragene Gesellschaft – es gilt eine Vielzahl von Anforderungen und Charakteristiken zu beachten. Um Ihnen den Einstieg in diese Thematik zu erleichtern, geben wir Ihnen einen ersten Überblick und begleiten Sie auf dem Weg durch den Rechtsdschungel.

 

 

1. Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die am Häufigsten gewählte Rechtsform innerhalb Deutschlands. Egal ob Freiberufler, Kleingewerbetreibender oder Kaufmann, solange das Geschäft allein und unabhängig geführt wird, lässt sich diese Rechtsform leicht realisieren. Der Gewerbebetreibende muss sein Unternehmen beim Gewerbeamt anmelden und sich ins elektronische Handelsregister eintragen lassen. Während eine freiberufliche Tätigkeit lediglich beim Finanzamt angezeigt werden muss. Für eine Gründung ist kein Mindestkapital erforderlich; dafür haftet der Unternehmer unbeschränkt und das mit seinem gesamten Vermögen (auch Privatvermögen!)

 

„Ein Einzelunternehmen entsteht automatisch mit der Aufnahme einer unternehmerischen Tätigkeit. Aber natürlich nur, wenn keine andere Rechtsform gewählt wurde.“

 

Vorteile: einfache und günstige Gründung; kein Mindestkapital; Unternehmer entscheidet allein; schnell und flexibel; Gewinn steht allein Unternehmer zu

Nachteile: Unternehmer muss notwendiges Eigenkapital allein aufbringen; Unternehmer trägt Risiko allein; Unternehmer haftet auch mit Privatvermögen; Unternehmer trägt Verlust allein

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

2. GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Das wohl wichtigste Merkmal der GmbH ist die beschränkte Haftung. D.h. die Rechtsform schützt den Unternehmer vor dem Verlust seines privaten Vermögens. Eine Freistellung, die der Gründerperson nur durch die Bereitstellung von 25.000Euro Mindeststammkapital ermöglicht werden kann. Ein Betrag, der auf den ersten Blick recht hoch erscheinen mag, aber durch eine Kombination von Bar- und Sacheinlagen (u.a. PKW und Maschinen) erreicht werden darf.

 

Ein weiterer Weg, an Geld zu gelangen, ist die Gewinnung von Kapitalgebern, welche sich im Gegenzug an der GmbH beteiligen. Sie werden, genau wie der Unternehmer, zu so genannten Gesellschaftern. Folglich kann es in einer GmbH einen oder mehrere Gesellschafter geben, von denen einer oder mehrere als Geschäftsführer ausgewiesen sind.  Soll eine alleinige Führung der GmbH durch die Gründerperson sichergestellt werden, so müssen mehr als 50 Prozent der Stammeinlagen durch diesen Gesellschafter bereitgestellt werden.

 

Vorteile: beschränkte Haftung; Kapitalbeschaffung durch Beteiligung neuer Gesellschafter und Gesellschafterwechsel; einfacher Gesellschafterwechsel möglich

Nachteile: Kapitalausstattung 25.000 Euro, aufwändige Gründung, relativ hohe Gründungskosten

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

3. Unternehmensgesellschaft

Die Unternehmensgesellschaft ist der GmbH sehr ähnlich und stellt ebenso eine Kapitalgesellschaft dar. Allerdings lässt sich eine UG einfacher und kostengünstiger gründen als die GmbH. So beträgt das Mindestkapital trotz voller Haftungsbeschränkung nur einen Euro. Ein sehr verlockendes Angebot. Doch seien Sie sich bewusst: Ein professioneller Gründer orientiert sich stets am tatsächlichen Kapitalbedarf seines Vorhabens und vermeidet somit zukünftige Risiken. Aus diesem Grund sieht der Staat auch die sogenannte gesetzliche Rücklagenpflicht vor. Sie besagt, dass fortan ein Viertel des Jahresgewinns so lange zurückzulegen ist, bis ein Mindestkapitalstamm von 25.000Euro erreicht ist. Ziel ist die Überführung der bestehenden Rechtsform in eine GmbH. Ein zeitliches Limit existiert allerdings nicht.

 

Grundsätzlich kann ein jeder Gewerbebetreibender eine UG gründen; allerdings sind für freiberuflich Tätige je nach Bundesland und Tätigkeit besondere Regelungen zu beachten. Nach Ende des ersten Geschäftsjahres ist weiterhin der Gewerbesteuerpflicht nachzukommen. Ansprechpartner sind in dieser Sache insbesondere das Institut für Freie Berufe und ihr Steuerberater.

 

Vorteile: geringes Mindestkapital, einfache Gründung

Nachteile: geringe Kapitalausstattung im Vergleich zur GmbH, daher ggf. weniger kreditwürdig, Aufwand für Geschäftsführung hoch, Lieferanten räumen wegen des geringeren Haftungskapitals ggf. schlechtere Zahlungskonditionen ein

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

 

 

4. GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

Für ein Team aus mehreren Gründerpersonen stellt die Gesellschaft bürgerlichen Rechts die wohl einfachste Rechtsform dar. Schließlich entsteht diese, ähnlich wie das Einzelunternehmen, praktisch von alleine. Wird kein Wert auf eine vertragliche Änderung gelegt, so gelten für eine GbR die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Aber: Ein passives Vorgehen und die damit verbundene Akzeptanz der BGB-Variante ist nicht zwangsweise die beste Gestaltungsmöglichkeit.

 

„Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts entsteht automatisch, sobald Unternehmerinnen und Unternehmer einen gemeinsamen geschäftlichen Zweck verfolgen.“

 

 Selbst Kleingewerbebetreibende, ohne kaufmännischen Betrieb, können eine GbR gründen. Wird der Gebewerbebetrieb allerdings größer, so dass der Status des Kaufmanns erreicht wird, wird die GbR zu einer offenen Handelsgesellschaft (OHG). Im Vergleich zur OHG ist für eine GbR keine Eintragung ins Handelsregister erforderlich. Was den Kapitalbedarf angeht, so ist für die Gründung einer GbR kein Mindestkapital vorgesehen, dafür haftet ein jeder Gesellschafter unbeschränkt mit seinem persönlichen Vermögen.

 

Vorteile: sehr einfache Gründung, kein schriftlicher Vertrag notwendig, kein Mindestkapital, kein Handelsregistereintrag, alle Gesellschafter haben Kontrollrechte, alle Gesellschafter verfügen gemeinsam über Gesellschaftsvermögen

Nachteile: Persönliche Haftung, kein Handelsregistereintrag, alle Gesellschafter haben Kontrollrechte, alle Gesellschafter verfügen gemeinsam über Gesellschaftsvermögen

Quelle: Begleitbroschüre Rechtsformen, BMWi.

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