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5.2 Steuerformen

Die Wahl der Rechtsform führt unweigerlich zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Steuerformen. Beispielsweise ist ein Einzelunternehmer verpflichtet Einkommensteuer, Lohnsteuer und Umsatzsteuer zu entrichten. Doch was bedeutet das für Sie? Der nachfolgende Artikel wird die wichtigsten Steuerformen möglichst einfach erklären und Ihnen somit einen ersten Einblick in die Steuerlehre geben. Bitte berücksichtigen die zu leistenden Steueraufwendungen bei der Wahl Ihrer Rechtsform. Falls Sie sich unsicher sind, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.

 

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer gehört zu den direkten Steuern und ist von allen Personen, die in Deutschland gemeldet sind oder ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben zu zahlen. Eine Anwendung des Steuertarifs auf das Einkommen einer natürlichen Person gibt dabei Aufschluss über den zu zahlenden Betrag. Die Einkommensteuer wird regelmäßig durch das Finanzamt festgesetzt und erhoben. Die Rechtsgrundlage befindet sich im Einkommenssteuergesetz (EStG).

Der Einkommenssteuer unterliegen allerdings auch die Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit. Was in der Praxis den Gewinnen eines Unternehmens entspricht. Dabei gilt zu beachten, dass der vorliegende Steuersatz als progressiv anzusehen ist, also mit jedem zusätzlich verdienten Euro ansteigt. Für Kapitalgesellschaften, wie die GmbH oder die AG ,entfällt die Einkommensteuer; an ihre Stelle tritt allerdings die so genannte Körperschaftsteuer.

 

Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer stellt für bestimmte juristische Personen, wie der GmbH oder der AG, das Gegenstück zur Einkommensteuer dar. Besteuerungsgrundlage ist der Gewinn, welchen die Körperschaft innerhalb eines Kalenderjahres erzielt hat. Der anzuwendende Steuersatz beträgt seit 2008 genau 15 Prozent. Verankert ist die Körperschaftsteuer im Körperschaftsteuergesetz (KStG) und in der Körperschaftsteuer-Durchführungsverordnung (KStDV).

Sowohl die Einkommensteuer als auch die Körperschaftsteuer sind Objekt des Solidaritätszuschlags. Die 1991 eingeführte Ergänzungsabgabe fordert zusätzliche 5,5 Prozent und verfolgt seit seiner Einführung das Ziel, den Wiederaufbau der neuen Bundesländer zu unterstützen. Zusätzlich fällt für viele Gesellschaftsformen die sogenannte Gewerbesteuer an.

 

Gewerbesteuer

Anders als die Einkommens- und Körperschaftssteuer steht dieses Aufkommen nicht dem Bund oder den Ländern zu.  Die Gewerbesteuer dient den Kommunen als wichtigste Einnahmequelle und hilft ihnen ihre öffentlichen Ausgaben zu bestreiten. Gegenstand der Besteuerung ist ebenso der Gewinn eines Unternehmens. Allerdings existiert im Rahmen dieser Steuerform keine feste Quote. Jede Gemeinde kann durch den sogenannten Hebesatz einen eigenen Steuersatz festlegen. Dieser ist in Großstädten tendenziell höher als auf dem Land. Dementsprechend kommt dem Standort einer Unternehmung eine entscheidende Bedeutung zu. Betroffen von dieser Steuerform sind inländische Gewerbebetriebe wie die GmbH, AG und Personengesellschaften.

 

Lohnsteuer

Wie bereits erklärt, muss die Einkommensteuer von allen Personen, die in Deutschland gemeldet sind oder ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben entrichtet werden. Den Arbeitnehmern wird dazu die Einkommensteuer direkt vom Arbeitslohn abgezogen. Die hier beschriebene Lohnsteuer ist also nur eine Erhebungsform der Einkommensteuer und somit keine Steuer eigener Art. Die Aufgabe eines Unternehmens liegt lediglich darin, die Lohnsteuer bei einer jeden Lohnzahlung einzubehalten und zu bestimmten Fälligkeitstagen an das zuständige Finanzamt abzuführen. Eventuell wird noch ein Lohnsteuer-Jahresausgleich fällig, welcher letztlich zu einer Rückerstattung zu viel erhobener Lohnsteuer an den Arbeitnehmer führen kann.

 

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird wirtschaftlich gesehen vom Endverbraucher getragen und stellt somit eine Verbraucherabgabe dar. Für den Unternehmer handelt es sich lediglich um einen durchlaufenden Posten, welcher oftmals auch als Mehrwertsteuer betitelt wird. In Deutschland beträgt die Umsatzsteuer aktuell 19 Prozent. Auf eine Vielzahl von Nahrungsmitteln, Zeitschriften und Bücher ist allerdings nur ein verminderter Steuersatz von 7 Prozent anzuwenden. Die Umsatzsteuer ist auf jede Rechnung für Produkte oder Dienstleistungen im Inland aufzuschlagen und an die Finanzbehörden abzuführen. Rechtsgrundlage ist das Umsatzsteuergesetz (UStG). Weil die Umsatzsteuer vom Kunden über einen Umweg erhoben wird, zählt sie letztlich zu den indirekten Steuern.

 

 

Quellenangaben:

Beeck, Volker (2007): Grundlagen der Steuerlehre: Prüfungsrelevantes Wissen zum Steuerrecht verständlich und praxisgerecht, Aufl. 4, Wiesbaden: Gabler Verlag.

www.e-conomic.de/buchhaltungsprogramm/lexikon/
www.bundesfinanzministerium.de/

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